Wie sieht der Wald mit Zukunft aus

Wie sieht der Wald mit Zukunft aus?

Mit ca. 75 Hektar Wald ist die Ebersburg sicherlich keine der größten kommunalen Waldbesitzer der Region. Hinzu kommt allerdings noch erheblicher Flächen an Staats- und Privatwald im Gemeindegebiet, so dass die Gemeinde ingesamt über 1.000 ha Wald aufweist. Es macht daher auch für Ebersburg Sinn, die Frage nach der Zukunft des Waldes zu stellen und wohnortnah im Interesse der Einwohler einen Teil der Verantwortung zu übernehmen. Vor diesem Hintergrund fand am 19. Juli 2021 eine Waldexkursion kommunaler Mandatsträger mit dem Leiter des Forstamtes Hofbieber, Herrn Florian Wilshusen, statt.

Bei einer Bestandsaufnahme zum Kommunalwald wurde detulich, dass die Nadelbäume mit einem Anteil von ca. 60 % Kiefer gefolgt von 12 % Fichte den deutlich überwiegenden Anteil einnehmen. Weitere Nadelhölzer sind die Lärche sowie Douglasie mit insgesamt gut 6 %. Bei den Laubbäumen bilden die Eiche (13 %) und die Buche (4 %) die wichtigsten Baumarten. Eine Gegenüberstellung der geplanten Hiebesätze und der tatsächlichen Holzernte macht deutlich, dass die Gemeinde in den vergangenen 6 Jahren bei der Holznutzung nur 60 % der ursprünglich geplanten Mengen eingeschlagen hat, was kommunalen Planungen und der Marktentwicklung zuzuschreiben ist. Der Anteil an Borkenkäferholz ist dabei glücklicherweise noch sehr gering.

Die Waldexkursion beschäftigte sich dann insbesondere mit einer kleinen Fläche im Kommunalwald oberhalb von Altenhof, auf der das Käferholz bereits entnommen worden  und nunmehr über die Anpflanzungen oder alternativ Naturverjüngung zu entscheiden war. Wichtig für die Mandatsträger waren dabei die Ausführungen des Forstamtsleiters zu den unterschiedlichen aktuellen Herausforderungen im Wald. Nicht nur der Borkenkäfer und Windwürfe, sondern auch Kieferntriebsterben, Buchenvitalitätsschwäche, Eichenvitalitätsschwäche und Eschentriebsterben sind Entwicklungen, die forstwirtschaftliche Planungen und Entscheidungen beeinflussen. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Klimawandels überfordern vielerorts schlicht und ergreifend die Anpassungsfähigkeit der heimischen Baumarten. Neben dem Temperaturanstieg sind dabei die veränderte Niederschlagsverteilung und die damit verbundenen Witterungsextreme Faktoren, die auf die Wasserbilanz an den unterschiedlichen Standorten erheblichen Einfluss haben. Die verschiedenen Baumarten gehen dabei unterschiedlich mit diesen Herausforderungen um.

Den Kommunalpolitkern wurde nochmals sehr deutlich, dass strategische Entscheidungen im Wald hinsichtlich Trockenereignisse aber auch sonstiger Schadensereignisse nur langfristig Erfolge zeigen und hier ganz unterschiedliche Wechselwirkungen ausschlaggebend sind. Ziel ist es daher, standortgerechte Mischbestände mit mehrschichtigem Aufbau und damit die langfrisitge Stabilität des gesamten Waldes zu fördern. Nur damit können die unterschiedlichen Waldfunktionen, wie Natur- und Landschaftsschutz, Bodenschutz, Klimaschutz und Erholung neben den wirtschaftlichen Interessen erhalten werden.

Als kleines Pilotprojet haben sich die Beteiligten nach diesen Ausführungen entschieden, auf der betreffenden Fläche oberhalb von Altenhof im kommenden Frühjahr eine Laubholzkultur mit Bergahorn und Vogelkirsche anzupflanzen, da dies standortgerechte zukunftsfähige Baumarten sind, die in der dortigen Region noch nicht vertreten sind und insgesamt durch eine natürliche Verbreitung zu einer größeren Durchmischung über die Kommunalfläche hinaus beitragen können.  Ziel ist es, dass die Mandatsträger sich im Frühjhar 2022 dann auch bei der Pflanzung der 240 jungen Bäume engagieren.

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