Solar-Kataster Hessen - Lohnt sich eine Solaranlage?

Lohnt sich eine Solaranlage auf dem Dach?

Über Hessen schien die Sonne im vergangenen Jahr 2017 insgesamt 1480 Stunden, wie der Deutsche Wetterdienst ermittelt hat. Oder, anders gerechnet: Sie schien durchschnittlich rund vier Stunden am Tag. Ein gutes Viertel des Stroms, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, ist Solarstrom. Zuletzt ist der Ausbau der Solarenergie ins Stocken geraten, dabei ist ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Aber welche Gebäudedächer und welche für Freiflächen sind geeignet, welche nicht? Mit dem Solar-Kataster Hessen, einem kostenlosen Internet-Programm, hilft das Land seinen Bürgerinnen und Bürgern, seinen Hausbesitzern und Kommunen, darauf eine Antwort zu finden.

Individuell und kostenlos

Rot bedeutet sehr gut geeignet, gelb steht für bedingt geeignet- alle fünf Millionen Gebäudedächer in Hessen lassen sich individuell und kostenlos darauf überprüfen, ob sich eine Solaranlage lohnt. Kaum ist die Adresse auf der Website eingetippt, werden die Ausrichtung des Dachs, seine Neigung und die vorhandene Fläche angezeigt. Ein paar Klicks weiter bestimmt das Programm das Energiepotenzial und berechnet den erwartbaren Energiegewinn durch Anlagen der Photovoltaik (Strom) oder der Solarthermie (Wärme).
Das Solar-Kataster Hessen ist eines der größten Programme dieser Art für ein Bundesland. Osnabrück war die erste Stadt, die im Rahmen eines Forschungsprojekts mit einer vergleichbaren Anwendung ausgestattet wurde. Das war 2007. Seither hat Martina Klärle, Geoinformatikerin und heute Professorin für Landmanagement an der FH Frankfurt, für viele weitere Städte und Kommunen Solar-Kataster erstellt- und nun, nach einer Pilotphase im Rhein-Main-Gebiet 2011, auch eines für das ganze Flächenland Hessen.

Sonneneinstrahlung wird simuliert

Dem Solar-Kataster liegt eine große Menge hoch aufgelösten Datenmaterials aus drei Quellen zugrunde. Dabei handelt es sich um 5600 Luftbilder, um einen Laserscan des kompletten Bundeslandes, der aus dem Flugzeug heraus gewonnen wurde und um das amtliche Liegenschaftskataster Hessens, in dem flächendeckend sämtliche Grund- und Flurstücke auf hessischer Gemarkung kartiert sind. Für die Anwendung wurden die Katasterdaten mit dem 3D-Aufnahmen überschnitten. Bei der Berechnung der Effizienz wird nicht nur die Sonneneinstrahlung über den Tag und das Jahr hinweg simuliert, die Aufnahmen sind auch ausreichend detailliert, um den Schattenwurf von Gauben oder Schornsteinen berücksichtigen zu können.
Den höchsten Stromertrag hat ein Dach bei einer Neigung von 30 bis 45 Grad und einer möglichst unverschatteten Ausrichtung nach Süden. Auch Dachflächen, die Nach Südosten oder Südwesten zeigen, bringen noch sehr hohe Erträge, die man zu festgeschriebenen Vergütungssätzen ins Netz einspeisen kann. Einen großen wirtschaftlichen Mehrwert kann man aber auch erzielen, wenn man seine Photovoltaik-Anlage auf einen möglichst hohen Energieverbrauch optimiert und damit den teuren Zukauf von Strom aus dem Netz minimiert.
Für die Eigenstromnutzung kann auch ein Satteldach mit Ost-West-Ausrichtung interessant sein, bei dem man sowohl die Dachhälfte nach Osten als auch die nach Westen hin mit Photovoltaik-Anlagen versieht. Damit lässt sich schon früh am Morgen und noch spät am Nachmittag Strom für den direkten Verbrauch gewinnen.

Solar-Kataster- zur Anwendung im Internet:

https://www.energieland.hessen.de/solar-kataster

Zurück