Smileys für mehr Sicherheit

Smileys für mehr Sicherheit – DialogDisplay von Verkehrswacht und Hessischem Wirtschaftsministerium

Ein grimmiges Smiley weist Autofahrer und Autofahrerinnen auf überhöhte Geschwindigkeit hin, ein freundliches lobt sie für regelgerechtes Tempo. Die Gemeinde Ebersburg hat eines von 96 sogenannten Dialog-Displays erhalten, die in diesem Jahr hessenweit im Rahmen der Aktion „Ein Smiley für die Verkehrssicherheit“ vom hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, dem ADAC Hessen Thüringen und der Landesverkehrswacht an interessierte Kommunen vergeben wurden.  „Fast 70 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Verletzten ereignen sich innerhalb von Ortschaften“, sagte Staatssekretär Deutschendorf. „Sehr oft liegt das an zu hoher Geschwindigkeit. Dialog-Displays geben den Autofahrern eine direkte, schnell zu erfassende und darum wirksame Rückmeldung, wie schnell sie unterwegs sind. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit danach anpassen. Dialog-Displays tragen damit erheblich zur Verkehrssicherheit bei.“

Grimmige oder lachende Smileys

Dialog-Displays messen die Geschwindigkeit eines sich nähernden Autos und zeigen sie auf einer Leuchtanzeige an. Ist der Wagen zu schnell, blinkt ein roter, grimmiger Smiley. Hält er die zulässige Geschwindigkeit ein, leuchtet ein lachender Smiley auf. Alle Displays sind akkubetrieben und werden in mobiler Form montiert. Damit wird ein Einsatz an wechselnden Standorten möglich. Ein Gewöhnungseffekt wird damit vermieden.

Bei der 2017 gestarteten Gemeinschafts-Aktion „Ein Smiley für die Verkehrssicherheit“ konnten sich die über 400 hessischen Städte und Gemeinden um Displays bewerben. 291 zeigten Interesse, inzwischen ist die Liste vollständig abgearbeitet. Die Kosten teilen sich das Hessische Verkehrsministerium und der ADAC Hessen-Thüringen. Die Landesverkehrswacht Hessen unterstützt die Kommunen insbesondere bei der Auswahl des genauen Standorts.

„Ein großes Plus an Verkehrssicherheit und wichtige Ergänzung zu den Geschwindigkeitsmessungen des Ordnungsbehördenbezirkes Eichenzell“

 „Wir haben mit den Dialog-Displays bereits in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagte Bürgermeisterin Brigitte Kram anl. der Übergabe. Diese fand in der Bahnhofstraße statt, die immer wieder Standort für das schon vorhandene Dialog-Display der Gemeinde ist. „Durch zwei Displays können wir nun noch mehr Standorte auswählen und gleichzeitig wichtige Daten sammeln, um gezielt Geschwindigkeitsmessungen durch den Ordnungsbehördenbezirk an besonders neuralgischen Punkte zu veranlassen.“ Seit Herbst 2021 finden wieder mobile Geschwindigkeitsmessungen im Gemeindegebiet durch den Ordnungsbehördenbezirk Eichenzell statt, nachdem es durch den Wechsel zunächst eine kurze Übergangzeit ohne Messungen zu überbrücken galt. „Die DialogDisplays tragen zur Verkehrssicherheit und zur Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkungen bei und werden auch von unseren Ortsbeiräten immer wieder gerne angefragt - gerade vor Schulen, Kitas oder an Bushaltestellen. Wir freuen uns sehr, dass wir zu unseren bereits im Einsatz befindlichen Displays nun durch die Aktion ‚Ein Smiley für die Verkehrssicherheit‘ ein weiteres Gerät für Ebersburg erhalten haben. Allerdings sind nicht alle Verkehrsteilnehmer damit zu überzeugen  - bei einigen braucht es leider auch Verwarnungsgelder oder gar  Bußgelder“. 

Bei dem Treffen mit Verkehrswacht, Ortsvorsteher und Anwohner machte die Bürgermeisterin nochmals deutlich, dass sie sehr viel Verständnis für beantragte Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung insbesondere an den Ortsdurchfahrtsstraßen habe. Sie selbst lebt und lebte schon immer an Landesstraßen in Weyhers mit entsprechend hohem Verkehrsaufkommen und kennt die Gefahren zu schnell fahrender Pkw und Lkw, aber auch die Lärmbelastung, die hiervon ausgeht. Leider hat die Gemeinde bei Landes- und Kreisstraßen aber nicht die notwendigen Handlungsmöglichkeiten, sondern ist auf die übergeordneten Verkehrsbehörden angewiesen. Bis auf ganz wenige Punkte an Grundschulen, Kindertagesstätten oder ganz konkret am Seniorenheim in Weyhers werden diese Geschwindigkeitsreduzierungen mit Verweis auf die Richtlinien des Landes nicht angeordnet. Die Thematik sorgt in den kommunalen Gremien – sei es Ortsbeirat oder auch Gemeindevertretung  - immer wieder für Unmut, da die Ablehnung der beantragten Reduzierungen mit Verweis auf fehlende Unfallzahlen begründet wird. Auch als Maßnahmen zur Lärmminderung sind Geschwindigkeitsbeschränkungen an bestehenden Ortsdurchfahrten nur durchsetzbar, wenn sehr hohe Schwellenwert im Jahresdurchschnitt  - also nicht nur zu besonderen Stoßzeiten – überschritten werden.

„Mit unserer Beteiligung an dem Verkehrsmodell Region Fulda erhalten wir jetzt auch Planungsgrundlagen und Prognosen, die uns bei den Argumentationen auf Dauer unterstützen. Die bestehenden Verkehrsströme und deren Verschiebung z. b. durch den Bau der Autobahn werden hier genau betrachtet. Ich baue darauf, dass wir dadurch Verbesserungen im Sinne unserer Bürger erreichen können. Aber schon jetzt ist klar, dass dies ordentlich Ausdauer braucht und es keine schnellen Lösungen gibt. Ein Umdenken in den Richtlinien mit dem Ziel von mehr Sicherheit dort, wo Fußgänger und Anwohner betroffen sind, halte ich für sehr wichtig.“ fasst die Bürgermeisterin die aktuelle Situation bei dem Ortstermin zusammen.

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